September 2003
Passend zur neuen Kant-Biographie sei hier mit Nachdruck ein älterer Titel empfohlen: "Der Weg der Philosophie" von Wolfgang Röd. Die FAZ urteilte über diese zweibändige Geschichte der Philosophie kurz und knapp: "Für Sophie, wenn sie erwachsen ist!" Treffender läßt sich das Standardwerk von Röd, das seit geraumer Zeit auch in einer preiswerten Taschenbuchausgabe vorliegt, nicht beschreiben. Wolfgang Röd, unter anderem auch der Herausgeber einer zwölfbändigen Geschichte der Philosophie, folgt in diesem kompakten Werk den großen Entwicklungslinien der Philosophiegeschichte und konzentriert sich dabei auf die bedeutenden Denker der jeweiligen Epochen. Seine Darstellungen sind straff und verdichtet, aber jederzeit gut nachvollziehbar. "Der Weg der Philosophie" läßt sich, anders als viele Lehrbücher oder Nachschlagewerke, sehr gut im Zusammenhang lesen.
Manfred Röd,
Der Weg der Philosophie (2 Bände)
zus. 1170 Seiten
Becksche Reihe
Der erste Band behandelt das philosophische Denken von den Anfängen bei den Vorsokratikern bis etwa 1600 und bietet somit einen Überblick über nahezu 2000 Jahre europäischer Geistesgeschichte. Im zweiten Band geht es dann um die Entwicklung vom 17. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Stärker noch als im ersten Band, vermag es Röd hier, die wesentlichen Schritte des philosophischen Denkens, die mit fortschreitender zeit immer enger aufeinander aufbauen und sich immer häufiger gegenseitig bedingen, zu rekonstruieren. Mit zusammen knapp 1100 Seiten sind die beiden Bände natürlich immer noch zu umfangreich, um als schnelle Nebenbei-Lektüre durchzugehen, aber angesichts des riesigen Feldes, das Röd umwandert, ist sein "Weg der Philosophie" dann doch eine knappe, sehr gut lesbare Einführung in die Geschichte des europäischen Denkens. Eine Anschaffung, die sich über viele Jahre hinweg bezahlt machen wird.