Artikel und Meldungen aus dem Jahr 2002

Romy Schneider ganz privat - Drei unbeschwerte Tage im Mai mit einem Weltstar festgehalten von Helga Kneidl

Januar 2002

Man sei auf dem besten Wege, sie zu Tode zu fotografieren, hat Romy Schneider gleichermaßen kokett und anklagend immer wieder behauptet. Und wie immer ist das auch ein bißchen wahr. Anfangs war es die süße Kindfrau "Sissi", von denen die Fotografen in Scharen angezogen wurden, später die reife Schauspielerin und geheimnisvolle Frau.

KneidlHelga Kneidl,
Romy - Drei Tage im Mai

168 Seiten m. 160 Fotos
Lardon Media AG Berlin

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Sie war in der Lage, ihre Gefühle hinter der Maske ihres wunderschönen Gesichtes zu verstecken, das machte sie so anziehend und geheimnisvoll zugleich. Und doch war es nur wenigen Menschen vergönnt, hinter diese Maske blicken zu dürfen. Die Fotografin Helga Kneidl gehört zu ihnen.

"Sie war sehr schön damals", erinnert sich die Fotografin heute, "Romy gab mir sofort das Gefühl, daß wir beste Freundinnen seien." Damals, das war der Mai 1973 und die junge Berlinerin Helga Kneidl durfte den Weltstar Romy Schneider drei Tage lang mit der Kamera durch Paris begleiten. Es waren unbeschwerte Tage; Romy hatte gerade die Scheidung von Harry Meyen hinter sich und sie war auf der Suche nach einem Neuanfang.

Die beiden Frauen verstanden sich auf Anhieb. Romy läßt sich auf den gemeinsamen Streifzügen durch die Stadt sehr schnell von der Kamera nicht mehr stören und Helga Kneidl kommt der Schauspielerin so sehr nah. Sie kurven mit Romys Sohn Daniel im Mini herum, gehen zu dritt zum Friseur, auf Wohnungssuche, sitzen im Straßencafe oder bummeln einfach nur herum.

In der dritten Nacht schläft Helga Kneidl in Romy Schneiders Wohnung, weil sie ihr Hotelzimmer räumen mußte und auf die Schnelle kein neues fand. Am Schminktisch im Schlafzimmer und beim Herumtollen mit Sohn Daniel entstehen die intimsten Bilder. Sekundenschnell wandelt sich das Gesicht der Schauspielerin: eben noch fröhlich, dann nachdenklich oder verletzt, rebellisch oder liebevoll. Das ist es, was das große Rätsel Romy Schneiders ausmacht, ihre einzigartige und geheimnisvolle Aura. Helga Kneidl hat sie eingefangen, wie kaum ein anderer vor ihr.

Viele, die Romy Schneider kannten, sagen, daß die Fotografien von Helga Kneidl, die besten Bilder sind, die wir von Romy Schneider besitzen, weil sie die Schauspielerin, die Frau, die Mutter, die Freundin zeigen. "Nach diesen drei Tagen in Paris habe ich Romy nie wieder gesehen", sagt Helga Kneidl, "obwohl wir uns damals so nahe gekommen sind." Geblieben sind die Bilder, die jetzt - 27 Jahre nach ihrer Entstehung - endlich veröffentlicht sind.