November 2000
Dieser prächtige Bildband bietet auf knapp 500 Seiten einen faszinierenden Überblick über die Höhepunkte europäischer Malerei vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Die schönsten und bedeutensten Meisterwerke der Berliner Gemäldegalerie werden in großformatigen Fotos und ausführlichen Erläuterungen vorgestellt. Dabei wird der Leser vertraut gemacht mit den wichtigsten Etappen der Kunstgeschichte; deutsche, italienische, flämische, niederländische, spanische, englische und französische Malerei und ihre Meister werden behandelt.
Gemäldegalerie Berlin,
200 Meisterwerke
496 Seiten mit rund 400 farbigen Abbildungen
Nicolai Verlag
Das Buch "200 Meisterwerke" ist erschienen zur feierlichen Eröffnung der neuen Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin im Jahre 1998. Erstmals wurden die Bestände der Sammlung wieder zusammengeführt und in einem technisch perfekt auf die Kunst der alten Meister ausgerichteten Gebäude präsentiert. Das, was der Krieg und die anschließende deutsch-deutsche Teilung für viele Jahrzehnte auseinandergerissen hatten, war endlich wieder vereint.
Anders als bei dem ebenfalls bei Nicolai erschienenen Gesamtverzeichnis der Gemäldegalerie, das insgesamt an die 3000 Werke aufführt, unterliegt dieser Band einer Beschränkung auf 200 Bilder. Das hat nicht nur den Vorteil, daß diese Werke angemessen und in bester Qualität bebildert werden können, sondern auch, daß mehr Raum ist für Beschreibungen und Analysen.
Bildvergleiche, Verweise auf verwandte Werke und/oder Künstler, historische Einordnungen und Deutungen: die Texte zu den einzelnen Bildern sind knapp und präzise, doch sie informieren ausreichend. Und ... sie machen neugierig auf die Originale in Berlin. Zu jedem der 200 Meisterwerke gibt es eine Abbildung, auf der das Bild vollständug zu sehen ist, hinzu kommen in der Regel mindestens eine Detailvergrößerung, meistens sind es sogar mehrere. (Im Gesamtverzeichnis findet sich für jedes Gemälde lediglich eine kleine Schwarz-Weiß-Abbildung.)
"200 Meisterwerke" bietet auf der einen Seite eine wunderbare Einführung in die europäische Malerei vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert und dokumentiert auf der anderen Seite die außerordentliche Qualität der Berliner Sammlung, die 1830 im Alten Museum am Lustgarten, erbaut von Friedrich Schinkel, erstmals ein eigenes Haus bekam. Den Grundstein bildete damals der Kunstbesitz des Großen Kurfürsten (1620-1688) und die Sammlung Friedrichs des Großen (1712-1786). Vor allem dem Engagement Wilhelm Bodes, des ersten Direktors der Gemäldegalerie, ist es zu verdanken, daß in den Jahren 1890 bis 1929 die Sammlung zu dem wurde, was sie heute ist.
Wenn auch infolge des Zweiten Weltkrieges viele Werke unwiederbringlich verloren gegangen sind, spätestens mit der Neueröffnung der wiedervereinigten Gemäldegalerie der Staatlichen Museen am Kulturforum besitzt Berlin wieder eine der reichsten und vollständigsten Sammlungen europäischer Malerei. Einen Vergleich mit dem Louvre, dem Prado oder der National Gallery in London muss sie keinesfalls fürchten.